Steigen und Fallen der Götter

Wenn man Gott nicht als Person, sondern als Kraft, Wesensart oder Energie betrachtet, von der man sich abhängig glaubt, die selbst jedoch nicht von einem abhängig ist, eröffnen sich interessante Perspektiven. In gewisser Weise trifft diese Beschreibung auch auf die Mutter in der frühen Kindheit zu. Später kann sie auf den Vater übergehen. Und mit …

Der Mut war leider nicht zur Sitzung eingeladen.

Früher dachte ich, mutige Menschen hätten keine Angst. Heute vermute ich etwas anderes. Sie vergessen einfach ständig, die Angst einzuladen. Dann gehen sie los. Unterwegs merken sie plötzlich: „Ach ja … … die Angst wollte doch auch noch mit.“ Der Mut ist selten laut. Er zieht einfach die Schuhe an. Er wartet nicht darauf, dass …

Die Angst beantragt Vertagung.

Ich hatte endlich eine gute Idee. Kaum ausgesprochen, meldete sich die Angst. „Ich beantrage Vertagung.“ „Warum?“ „Es könnte schiefgehen.“ „Und wenn nicht?“ „Dann könnten wir trotzdem warten.“ Die Angst ist erstaunlich höflich. Sie schreit selten. Sie schlägt nur vor, noch ein bisschen abzuwarten. Noch einen Tag. Noch eine Woche. Noch das perfekte Wetter. Noch mehr …

Eigenverantwortung – das gefährlichste Abenteuer überhaupt

Vor Eigenverantwortung wird ja gern gewarnt. „Pass auf, das ist riskant!“ Ich habe darüber nachgedacht und musste schmunzeln. Denn egal, ob ich selbst entscheide oder jemand anderes für mich entscheidet – am Ende bin trotzdem ich derjenige, der morgens aufsteht und mit den Folgen lebt. Das Leben hat da einen ziemlich eigenwilligen Vertrag aufgesetzt. Darin …

Das Leben ist wie das Meer – Die Kraft der ständigen Bewegung

Das Leben ist wie das Meer. Es ist niemals wirklich still. Selbst wenn seine Oberfläche spiegelglatt erscheint und kein Windhauch die Wellen kräuselt, geschieht unter der Oberfläche unaufhörlich Bewegung. Strömungen verändern ihre Richtung, Gezeiten folgen ihrem ewigen Rhythmus, Leben entsteht, vergeht und formt sich immer wieder neu. Das Meer ruht nie – und genauso wenig …

Gewohnheit, Freund und Feind zugleich

Gewohnheitist der natürliche Feindvon Wachstum. Und zugleichder Freundvon Konstanz. Beides stimmt.Zur selben Zeit. Gewohnheit hält das Gefäß stabil.Sie sorgt dafür, dass wir morgens aufstehen,unsere Schritte finden,nicht jedes Mal neu erfinden müssen,wie Leben geht. Ohne siewürde alles zerfasern. Doch dieselbe Hand,die das Gefäß hält,schließt es auch. Wachstum braucht Reibung.Ein Stolpern.Einen Moment,in dem etwas nicht automatisch greift. …