Vor Eigenverantwortung wird ja gern gewarnt.
„Pass auf, das ist riskant!“
Ich habe darüber nachgedacht und musste schmunzeln.
Denn egal, ob ich selbst entscheide oder jemand anderes für mich entscheidet – am Ende bin trotzdem ich derjenige, der morgens aufsteht und mit den Folgen lebt.
Das Leben hat da einen ziemlich eigenwilligen Vertrag aufgesetzt. Darin steht sinngemäß:
„Die Konsequenzen trägt immer der Nutzer.“
Unterschrieben habe ich ihn übrigens nie. Trotzdem gilt er.
Eigenverantwortung schafft also kein zusätzliches Risiko. Sie nimmt mir lediglich die Ausrede, dass jemand anderes mein Leben für mich hätte leben sollen.
Natürlich kann ich Entscheidungen an Experten, Nachbarn, Politiker, Ärzte, Gurus, Influencer oder den Wetterbericht delegieren. Das ist völlig legitim.
Nur eines delegiert sich erstaunlicherweise nie:
Die Erfahrung.
Die macht immer bei mir Halt.
Vielleicht besteht die wahre Kunst der Eigenverantwortung deshalb gar nicht darin, immer die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Sondern darin, die eigenen Entscheidungen so anzunehmen, dass sie zu Lehrern werden – statt zu lebenslangen Angeklagten.
Denn am Ende stellt das Leben nur eine einzige Frage:
„War es deine Entscheidung?“
Nicht, weil sie richtig oder falsch war.
Sondern weil sie gelebt wurde.
Und genau das ist vermutlich das größte Geheimnis der Eigenverantwortung:
Sie macht das Leben nicht sicherer.
Sie macht es zu Deinem.



