Gewohnheit
ist der natürliche Feind
von Wachstum.
Und zugleich
der Freund
von Konstanz.
Beides stimmt.
Zur selben Zeit.
Gewohnheit hält das Gefäß stabil.
Sie sorgt dafür, dass wir morgens aufstehen,
unsere Schritte finden,
nicht jedes Mal neu erfinden müssen,
wie Leben geht.
Ohne sie
würde alles zerfasern.
Doch dieselbe Hand,
die das Gefäß hält,
schließt es auch.
Wachstum braucht Reibung.
Ein Stolpern.
Einen Moment,
in dem etwas nicht automatisch greift.
Gewohnheit sagt:
So machen wir das hier.
Wachstum fragt leise:
Und was wäre, wenn nicht?
Konstanz ist Treue.
Wachstum ist Untreue
gegenüber dem Bekannten.
Beides sind Qualitäten.
Beides können Tugenden sein.
Beides können Fallen werden.
Die Kunst liegt nicht im Entweder-oder,
sondern im bewussten Wechsel:
Gewohnheit als Boden.
Wachstum als Schritt daneben.
Nicht ständig.
Nicht nie.
Sondern dann,
wenn das Vertraute
aufhört, lebendig zu sein.




