Juhu, ich habe gewonnen. Oder mir eine Auszeichnung verdient, eine Medaille bekommen. Eine ganz besondere Münze.

Und jede Medaille hat zwei Seiten: Entweder man hat sie oder nicht.

Kaum ein Spruch bestimmt unser Denken so stark.
The winner takes it all. 

Dabei sein ist alles, gewinnen das einzige.

Moment mal, das stimmt doch gar nicht. Ich schau mir das einmal genauer an, jetzt wo ich die Medaille vor Augen habe.

Die Vorderseite ist schön, sie glänzt. Ich brauch mir gar nicht mehr anzusehen.

Die Rückseite ist nicht zu sehen, da muss ich de Medaille schon herumdrehen.

Interessiert mich die Kehrseite überhaupt?!

Herumdrehen kann ich nur etwas was eine dritte Seite hat, den Rand. Sonst könnte ich sie ja gar nicht in die Hand nehmen. Die Medaille hätte keinen Raum. Alles Manifeste hat mindestens drei Seiten. Ist Dir das schon mal aufgefallen?

Es geht also bei der Medaille gar nicht über den Schein (Vorderseite) oder um die Schatten (Rückseite), sondern um den Rand, der sie beweglich macht.

Hmm….

Interessant. Vielleicht geht es bei mir selbst ja auch nicht über mein Scheinsein (Positives Denken) und über mein Schattensein (negatives Denken), sondern um mein Istsein (alles wahrnehmen, nichts bewerten).

Interessant, wo eine Münze einen so hinführen kann….  Oh, sorry, eine Medaille, natürlich. Gibt es da einen Unterschied. Ist eine Medaille nicht auch eine Münze für eine Leistung. 

Ok, wer hat denn da die Leistung von mir gefordert…
Oder wem hat meine Leistung etwas gebracht, dass er sich so bedankt.

Oder ist die Medaille für künftige Leistungen… Da hätte es eine Münze ja auch getan… Oder gleich mehrere vielleicht.

Die Welt erschließt sich eben nur, wenn ich mir alles NICHT nur von zwei Seiten anschaue…. Wir scheinen in einer polaren Welt zu leben, gerade um die Illusion der Polarität zu durchdringen.

Vielleicht spielen ja Kinder gerade deshalb so gerne mit Allem.

Bis gleich

Iyánéé