🌾 August – Die Kraft der reifen Mutter und der einenden Schlange
Der August ist ein besonderer Monat. Im Kalender ist er der achte Monat und trägt die Schwingung von OngGhi. Im natürlichen Jahreskreis entspricht er jedoch eher dem sechsten Schritt – der Energie von Nahgah.
Hier begegnen sich zwei uralte Kräfte.
Die starke Mutter erinnert uns daran, dass alles seine Zeit braucht. Sie nährt, schützt und begleitet das, was wachsen durfte.
Die einende Schlange verbindet Himmel und Erde, Herz und Verstand, Vision und Wirklichkeit. Sie lädt uns ein, unsere Lebensenergie wieder frei fließen zu lassen und das Getrennte zu einem Ganzen zu verbinden.
Der August ist deshalb weniger eine Zeit für neue Projekte als vielmehr für das Erkennen dessen, was bereits gereift ist.
🌾 Leitthema des Monats:
Empfange, was gereift ist. Sammle, was bleiben darf. Gib frei, was seinen Weg vollendet hat.
Vielleicht magst du dir in den nächsten Tagen einen Moment Zeit nehmen und dich fragen:
🍃 Welche Früchte meines Handelns werden jetzt sichtbar?
🍃 Wofür bin ich von Herzen dankbar?
🍃 Was darf ich bewahren – und was darf ich in Liebe weiterziehen lassen?
Ich wünsche dir einen August voller Reife, Verbundenheit und Vertrauen in den natürlichen Fluss des Lebens.
Aho.
Weiterlesen: August – Die Kraft der reifen Mutter und der einenden SchlangeDer August ist ein Monat zwischen zwei Welten.
Die überschäumende Kraft des Sommers beginnt sich zu wandeln. Die Tage sind noch warm, die Natur wirkt üppig und lebendig. Gleichzeitig liegt bereits eine leise Ahnung des Herbstes in der Luft. Es ist die Zeit, in der aus Wachstum Reife wird.
Im Kalender ist der August der achte Monat und trägt damit die Qualität von OngGhi. Im natürlichen Jahreskreis jedoch entspricht er eher dem sechsten Schritt – der Klangrune Nahgah.
Gerade diese doppelte Zuordnung macht seine besondere Tiefe aus.
Die starke Mutter – OngGhi
OngGhi steht für die Kraft der starken Frau, der Mutter.
Sie ist nicht nur die Gebärende. Sie ist die Hüterin des Lebens, die Ernährerin, die Beschützerin und diejenige, die Wachstum begleitet, bis es aus eigener Kraft bestehen kann.
Diese Kraft begegnet uns überall in der Natur.
Die Felder tragen ihre Früchte.
Die Bäume biegen sich unter ihrer Last.
Die Gärten schenken mehr, als sie selbst behalten können.
Die Mutter kennt keinen Mangel. Sie lebt aus dem Vertrauen, dass das Leben immer wieder neue Fülle hervorbringen kann.
Die einende Schlange – Nahgah
Nahgah erinnert an die einende Schlange.
Seit Jahrtausenden erscheint die Schlange in den Kulturen der Welt als Symbol der Erneuerung, der Heilung und der Lebensenergie. Sie häutet sich und wird dadurch zum Sinnbild des Wandels. Sie verbindet Himmel und Erde, Körper und Geist, Vergangenheit und Zukunft.
Viele Menschen kennen diese Kraft unter dem Begriff Kundalini.
Im Verständnis der Klangrunen beschreibt sie weniger ein spektakuläres spirituelles Ereignis als vielmehr einen natürlichen Strom des Lebens, der alles miteinander verbindet.
Die Schlange trennt nicht.
Sie verbindet.
Sie führt das zusammen, was im Alltag oft auseinanderfällt: Denken und Fühlen. Handeln und Vertrauen. Vision und Wirklichkeit.
Ein uraltes Menschheitsthema
Es ist kein Zufall, dass viele Kulturen gerade Anfang August ihre Erntefeste feiern.
Die Kelten nannten diesen Zeitpunkt Lughnasadh, das Fest des Lichtgottes Lugh. Es war die erste große Ernte des Jahres. Man dankte für das Gewachsene und wusste zugleich, dass weitere Arbeit notwendig sein würde.
Im angelsächsischen Raum entstand daraus Lammas – das „Laibfest“. Aus dem ersten Korn wurde Brot gebacken und als Zeichen des Dankes geteilt. Die Ernte erhielt damit nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen gemeinschaftlichen und spirituellen Sinn.
Auch viele andere Kulturen kennen Feste dieser Zeit:
Die nordamerikanischen Völker feiern – je nach Region – die ersten Mais-, Bohnen- oder Kürbisernten. In Japan beginnt vielerorts die Zeit des Obon, in der die Ahnen geehrt und als Teil der lebendigen Gemeinschaft willkommen geheißen werden. In Mitteleuropa entstanden Erntedankbräuche lange bevor sie später christlich geprägt wurden.
Die Formen unterscheiden sich.
Die Botschaft bleibt erstaunlich ähnlich.
Der Mensch hält inne.
Er schaut auf das Gewachsene.
Er dankt.
Und er bereitet sich innerlich auf den nächsten Abschnitt des Jahres vor.
Die eigentliche Ernte
Nicht jede Ernte besteht aus Getreide.
Vielleicht ist deine Ernte ein Gespräch, das Versöhnung gebracht hat.
Vielleicht ist sie eine gewachsene Freundschaft.
Vielleicht ein überstandener Schmerz.
Vielleicht eine Erkenntnis, die lange in dir gereift ist.
Vielleicht einfach die Fähigkeit, heute gelassener auf das Leben zu blicken als noch vor einem Jahr.
Der August erinnert uns daran, diese Früchte wahrzunehmen.
Denn was nicht bewusst empfangen wird, kann kaum wirklich nähren.
Das Leitthema des August
Empfange, was gereift ist.
Sammle, was bleiben darf.
Gib frei, was seinen Weg vollendet hat.
Diese Worte verbinden die Mutter von OngGhi mit der einenden Schlange von Nahgah.
Die Mutter lehrt uns, das Gewachsene liebevoll anzunehmen.
Die Schlange lehrt uns, den natürlichen Wandel nicht aufzuhalten.
Gemeinsam erinnern sie uns daran, dass Reife niemals Stillstand bedeutet.
Reife ist der Augenblick, in dem wir erkennen, dass Loslassen genauso zum Leben gehört wie Festhalten.
Fragen für deinen Medizinweg
- Welche Früchte meines Handelns werden jetzt sichtbar?
- Wofür empfinde ich echte Dankbarkeit?
- Was möchte ich bewahren, bevor das Jahr sich langsam nach innen wendet?
- Welche Vision verbindet heute die verschiedenen Bereiche meines Lebens?
- Wo nähre ich andere?
- Und wo erlaube ich mir selbst, genährt zu werden?
Vielleicht liegt genau darin die Weisheit des August:
Nicht immer geht es darum, Neues zu erschaffen.
Manchmal besteht die größte Kunst darin, die Fülle des Augenblicks wirklich anzunehmen.
Denn erst wer bewusst empfängt, kann später auch bewusst weitergeben.



