Anders, Different, Strange, Seltsam – Wie Worte unsere Wahrnehmung formen

Anders ist nur eine Richtung

Anders.

Ein kleines Wort mit einer großen Geschichte.

Ursprünglich bedeutete es einfach: der andere. Die andere Seite. Eine andere Möglichkeit.

Auch strange bedeutete einst lediglich: von außen kommend.
Seltsam war einfach etwas, das selten vorkam.
Und different beschrieb etwas, das einen anderen Weg genommen hatte.

Keines dieser Wörter meinte ursprünglich: falsch.

Das haben wir Menschen später daraus gemacht.

Immer dann, wenn wir etwas sehen, das nicht unserem eigenen Bild entspricht, stehen wir vor einer Entscheidung.

Sage ich:
„Wie spannend. Davon kann ich vielleicht etwas lernen.“

Oder sage ich:
„Das gefällt mir nicht. Das sollte anders sein.“

In diesem einen Moment entscheide ich, welche Welt ich nähre.

Gönne ich dem anderen sein Wachstum?

Oder nähre ich meinen Neid?

Wachstum erkennt Möglichkeiten.
Neid erkennt Unterschiede.

Wachstum fragt:
„Was kann ich daraus lernen?“

Neid fragt:
„Warum hat der das und ich nicht?“

Das Anderssein des anderen ist dabei selten das eigentliche Problem.

Es ist oft nur der Spiegel dessen, was in mir selbst noch gesehen werden möchte.

Vielleicht ist das größte Geschenk des Andersseins gar nicht, dass wir den anderen kennenlernen.

Vielleicht lernen wir dabei vor allem uns selbst kennen.