Hinterfragt: Was machst Du gerade?

Was für eine Frage! Oft werde ich genau mit dieser Frage von Facebook begrüßt. Aber auch meine 2-beinigen Mitmenschen neigen zu dieser Frage. 

Mein Hund hat mich das noch nie gefragt. Noch nicht einmal gedanklich. 

Wenn es ihn interessiert, und er ist sehr neugierig, dann setzt er sich daneben und schaut mir einfach zu. Selbst stille Arbeiten wie innere Reflektion, da ist er dabei, legt sich daneben und lauscht. Und dann lernt er mit. Woher ich das weiß? Ich hör ihm einfach auch zu.

Wenn kleine Kinder zu Besuch sind kann man das auch sehr gut beobachten. Sie fragen meist nicht was ich mache. Sie fragen höchstens: “Darf ich mitmachen?”. Bei was auch immer, sie sind einfach dabei und machen mit. Erst wenn sie älter werden fragen sie mehr. 

Genau so haben wir selbst als kleinste Kinder unseren größten Kenntnis- und Erfahrungsschatz gesammelt. Wir waren einfach dabei und haben gelauscht, mitgemacht, eben mitgespielt. Und das bei allem was wir in unserer Umgebung nutzen konnten. Den Rest haben wir geschlafen!

War es nicht bei Dir genauso?

Schlafen, spielen, essen und trinken. Eine komplette Beschreibung des frühkindlichen Lernerfolgs. Halt, loslassen, das haben wir auch noch gekonnt. In alle Richtungen sogar 😉


Wann sind wir jemals wieder in so kurzer Zeit so stark gewachsen?!

Entscheide Dich fürs Spielen und Du wirst lernen und wachsen.

Was für eine Aussage! Nicht das Spielen, um die Zeit totzuschlagen, ist gemeint. Auch nicht das Spielen um mal was anderes zu machen, oder “Hauptsache wir machen was zusammen”.

Nein das Spielen des Lebens. Das unbekümmerte Probieren, die absichtslose Neugier und das Entdeckertum eines jungen Kindes.

Es gab verschiedene Phase in meinem Leben, da konnte ich es wiedererlangen: das Entdeckertum.

Als ich mit 15 Jahren für ein Jahr nach Seattle auf die Schule ging. Ein anderes Land, eine andere Sprache, eine andere Kultur. Und das Glück in einer ungezwungene Umgebung ganz viel Neues entdecken zu können. Möglicherweise spielte die Pubertät auch noch ne Rolle. Schließlich war ich ja jetzt Jugendlicher.

Als ich anfing Software zu entwickeln. Mein Computer und die Programme, die ich organisieren konnte, Zu den ersten Programmen gehörte ein Datenbank-System und eine Programmiersprache, die man noch kompilieren musste, bevor man etwas sah. Meine Faustregel wurde bald: Wenn der Rechner 7 mal komplett ausfiel hatte ich verstanden wie die Programmiersprache funktionierte.

Es wurde zum Beruf und ich nutzte nur Software, die noch nicht final war. Es gab keine Handbücher oder Dokumentationen, Man musste wirklich mit spielen, um weiter zu kommen. Wenn die Software dann marktreif war, konnte man Schulungen anbieten. Und natürlich die entsprechende Individualprogrammierung. Sehr gute Jobs bekam man, wenn man bereit war und ins kalte Wasser sprang.

Spielen.

Es ist nur eine Entscheidung. Was kannst Du verlieren, außer Weisheit. 😉

Was Du gewinnen kannst ist unbezahlbar: Erfahrung, Lebensfreude, Weisheit.

.Und genau so macht es Facebook. Es fragt Dich etwas, was es eh weiß, da es Dich beobachtet.

Und dann führt es Dich zu Geschichten, die Du vorher nicht kommen gesehen hast.

Oder ist es etwa nicht so?

Und was ist schlimm daran? Das ganze Leben ist so. Wenn Du zu lange in der Situation, im Moment, in der Kontrolle verweilst passiert etwas. Das Leben kommt vorbei und tischt Dir eine Geschichte auf, damit Du die Möglichkeit hast aus der Starre herauszukommen. Das ganze Leben ist ausgerichtet auf Veränderung, auf Wachstum. Natürlich nennt man das.

Bis gleich

Matthias